HCEE - Forschungsförderung für die Albertina

Ein Projekt der Graphischen Sammlung Albertina und der Henkel Central Eastern Europe zum Lösen eines verhärteten Klebstoffes des 19. Jahrhunderts

Die Graphische Sammlung Albertina verwahrt heute über 40.000 Zeichnungen und annähernd 900.000 Originalgraphiken. Spezialsammlungen wie die Architektursammlung, die Miniaturensammlung oder die Plakatsammlung ergänzen die Bestände. Die Form der Aufbewahrung dieser empfindlichen Kunstwerke stellt seit Begründung der Sammlung für Kuratoren, Restauratoren und Buchbinder eine ständige Herausforderung dar.

Für die Aufbewahrung des umfangreichen Bestandes der Druckgraphik wählte man eine bewährte und platzsparende Form: Das Buch, im speziellen den sogenannten "Klebeband". Hierbei handelt es sich um kunstvoll gestaltete Blindbände, in welchen die druckgraphischen Blätter an mehreren Punkten auf den einzelnen Buchseiten verklebt sind.


So entstehen Verklebungen

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts begann man, diesen über Jahrhunderte bewährten Klebstoff mittels verschiedener Zusätze zu modifizieren. So sollten Konservierungsmittel, wie z.B. das als Alaun bekannte Kaliumaluminiumsulfat, dem leicht verderblichen Kleister eine längere Haltbarkeit geben, und andere Zusätze, wie z.B. Eiweißstoffe in Form von Leimwasser, eine höhere Bindekraft verleihen. Die Zusätze verändern den Kleister, sodass er im Verlauf seiner Alterung stark verhärtet und seine Quellfähigkeit verliert.

Daher lassen sich mit derart modifizierten Kleistern ausgeführte Verklebungen durch einfaches Befeuchten nicht mehr lösen. In der Graphischen Sammlung Albertina wurde der umfangreiche Bestand der Druckgraphik österreichischer Künstler des 19. Jahrhunderts mit einem solcherart modifizierten Kleister in Klebebände bzw. auf lose Trägerpapiere montiert. Dabei wurden die meist auf schwach geleimten und weichen Papieren gearbeiteten Graphiken auf die stark geleimten, sehr festen Trägerpapiere der Blindbände punktuell aufgeklebt.

Starker Schaden durch Verklebung

Enzymatische Lösung der Verklebung

Arbeitsablauf

Gründe zur Förderung dieses Projekts